Gedichte - Naturlyrik - Flora Fauna

Beglänzt noch einmal Schilf und Rohr. Gelangweilt ob so mancher holden Sünde, Verläßt er Garten, Wald und Moor. Die Mittagssonne brütet auf der Heide, Im Süden droht ein schwarzer Ring. Verdurstet hängt das magere Getreide, Behaglich treibt ein Schmetterling. Ermattet ruhn der Hirt und seine Schafe, Die Ente träumt im Binsenkraut, Die Ringelnatter sonnt in trägem Schlafe Unregbar ihre Tigerhaut. Im Zickzack zuckt ein Blitz, und Wasserfluten Entstürzen gierig feuchtem Zelt. Es jauchzt der Sturm und peitscht mit seinen Ruten Erlösend meine Heidewelt. In Herbstestagen bricht mit starkem Flügel Der Reiher durch den Nebelduft. Wie still es ist! Kaum hör' ich um den Hügel Noch einen Laut in weiter Luft: Auf eines Birkenstämmchens schwanker Krone Ruht sich der Wanderfalke aus; Doch schläft er nicht, von seinem leichten Throne Äugt er durchdringend scharf hinaus. Der alte Bauer mit verhaltnem Schritte Schleicht neben seinem Wagen Torf. Und holpernd, stolpernd schleppt mit lahmem Tritte Der alte Schimmel ihn ins Dorf. Die Sonne leiht dem Schnee das Prachtgeschmeide; Doch ach! wie kurz ist Schein und Licht. Ein Nebel tropft, und traurig zieht im Leide Die Landschaft ihren Schleier dicht. Ein Häslein nur fühlt noch des Lebens Wärme, Am Weidenstumpfe hockt es bang. Doch kreischen hungrig schon die Rabenschwärme Und hacken auf den sichern Fang. Bis auf den schwarzen Schlammgrund sind gefroren

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