Gedichte Licht-Schatten-Farben-Sinne-Wahrnehmung
Auf Mondeslippen blühet Der Blume, die heimgeht, Der stille Kuß. Und wer mit beiden Nicht kindlich spricht, Dem leuchtet kein Licht, Der findet den Ein- und den Ausgang nicht, Der kann nicht kommen, nicht scheiden. Alle Und wer sich mit Liebe nicht selber umarmt, Für den ist das Leben zum Bettler verarmt. In eigenem Busen muß alles erklingen, Und daß der Sinn leicht finden es kann, Hat's viele buntfarbige Kleider an, Und Hülle und Geist sich zum Leben verschlingen. Clemens Brentano, 1778-1842 - Simphonie Ruhe! – die Gräber erbeben; Ruhe! – und heftig hervor Stürzt aus der Ruhe das Leben, Strömt aus sich selbsten empor Die Menge, vereinzelt im Chor. Schaffend eröffnet der Meister Gräber – Geborener Tanz Schweben die tönenden Geister; Schimmert im eigenen Glanz Der Töne bunt wechselnder Kranz. Alle in einem verschlungen, Jeder im eigenen Klang, Mächtig durchs Ganze geschwungen, Eilet der Geister Gesang Gestaltet die Bühne entlang. Heilige brausende Wogen, Ernst und wollüstige Glut Strömet in schimmernden Bogen,
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