Gedichte-Lyrik-Poesie

BALLADEN, FABELN, MÄRCHEN, RÄTSEL

Märchenhaftes, Mythen, Parabeln, Sagen,
Zauberhaftes — von der Antike bis zur Moderne

Ein Märchen

Wollt ihr ein Märchen erlauschen?
Ein Märchen? — Ich weiß eines.
O So wunderbar fein, so zart.
Wollt' ich's in Laute, in Töne gestalten,
Wäre jeder Laut, jeder Ton zu lauttönend.
Vorsicht! Behutsam!
Denkt leise!
Sonnenfunken — goldner Hauch —
Löscht ihn nicht — leise! leise!
Ein Garten, eine Gestalt — ein Mädchen.
Rings auf zitternden Schwingen Farben und Düfte,
Und mein Mädchen mitten in Farbe und Duft.
Schwarzgrüne Büsche stumm, atemstockend,
Und darunter Blütenherzen, Wildrote pochende Herzen,
Pochend in hast'gem Genießen.
Sie singt.
Ihre Träume sind ihre Lieder.
Weiße Astern,
Blendende Astern,
Wie sie sich wiegen.
Und der Garten singt
Und die Büsche,
Alles, alles singt in Farben und Düften.
Starrst du auf Rosen,
Nimm dich in acht.
Rosen sengen, brennen,
Weißt du das!
Sie weiß nichts.
Ahnte sie nur die Glut,
Müßte sie zitternd erglühn.
Aber Flammen wärmen,
Und Wärme weckt Flammen.
O berühre nicht! — Fort! — Flieh!
O berühre sie nicht!
Zu spät!
Erschrick nicht, rette,
Rette aus Flammen den Duft.
Angstfahle Blässe knirscht,
Aber Reue zermalmt nicht.
Auf weißen Astern schwarze Erde.
Warum schwarze Erde?
Warum nicht der Tod?
Erde ist Leben.
Auf weißen Astern schwarze Erde. —
Das ist mein Märchen. - Max Dauthendey, 1867-1918

Märchenstunde - von Dorle Wolf Märchenstunde - © Dorle Wolf

Alte Geschichten - Friedrich Wilhelm Weber
Das Märchen - Franz Alfred Muth
Märchen - Friedrich Rückert
Aus alten Märchen winkt es... - Heinrich Heine
Märchen - Georg Trakl
Daedalus und Ikarus - Ovid, Ars Amatoria II - 21-96
Belsazar - Heinrich Heine
Das Haar der Berenice - Alice Freiin von Gaudy
Daphne - Louise Victorine Ackermann
Narkissos - Klabund
Phaeton - Klabund
Merseburger Zaubersprüche
Sankt Georg - Rainer Maria Rilke
Der Kampf mit dem Drachen - Friedrich von Schiller
Eine Fabel - Matthias Claudius
Der Blinde und der Lahme - Christian Fürchtegott Gellert
Lore Lay - Clemens Brentano
Lorelei - Heinrich Heine
Waldgespräch - Joseph von Eichendorff
Das Riesenspielzeug - Adelbert von Chamisso
Don Quixote - Adelbert von Chamisso
Die Schatzgräber - Gottfried August Bürger
Ein dicker Sack, den Bauer Bolte... - Wilhelm Busch
Die Schnitterin - Gustav Falke
Das Hufeisen - Johann Wolfgang von Goethe
Die Nixen - Heinrich Heine
Die Odaliske - Friedrich Hebbel
Fink und Frosch - Wilhelm Busch
Die schöne Lau - Eduard Mörike
Wo noch kein Wandrer gegangen - Joseph von Eichendorff

Die Stachelschweine - Arthur Schopenhauer

Märchen der Gebrüder Grimm

Sneewittchen - Gebrüder Grimm
Rotkäppchen - Gebrüder Grimm
König Drosselbart - Gebrüder Grimm
Rumpelstilzchen - Gebrüder Grimm
Die Sterntaler - Gebrüder Grimm
Der gestiefelte Kater - Gebrüder Grimm
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein - Gebrüder Grimm

Seine Märchenbücher nicht für immer aus den Händen legen

In der Völker Märchen schlägt der Menschheit Herz. In Märchen träumt die Welt den Traum des wahren Seins. Was Märchenbücher nicht enthalten, kommt im Leben eigentlich nicht vor. Manche Philosophen wären gelesen worden, hätten sie sich etwas künstlerischer ausgedrückt. Märchenhafte Geistigkeit verdeutlicht die Wahrheit am besten. Murmelnd schon belehrt der Quell der Märchen uns. In Bilderkraft liegt Wert und Sinn. Wer die Märchen seiner Kindertage nicht vergaß, ist für alle Lebenswege vorbereitet, die der dunklen, die der hellen. Schule der Märchen, Schule der Weisheit. Ein Märchenbuch in alten Händen schenkt besonders viel. Erst hören wir Märchen, dann gestalten wir sie. Das mißlungene Leben ist eine mißlungene Geschichte. Der Märchen wegen haben Kindheit und auch Alter Sinn. Wessen Leben wie ein Märchen war, wünscht sich seine Wiederkehr.

(Mit frdl. Erlaubnis: © Heinz Hector)

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FABELN

Kleine Fabel
»Ach«, sagte die Maus, »,die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.« - »Du mußt nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie. — Franz Kafka, 1883-1924

Die Schildkröte und die Ratte - Friedrich (Maler) Müller

Fables
Le corbeau et le renard - Jean de La Fontaine
La Grenouille qui veut se faire aussi grosse que le Boeuf  - Jean de La Fontaine

 

RÄTSEL
Rätselhaftes - Sprachspiele - Literarische Kleinformen

Rätsel

Rätsel aus Turandot

Rätsel aus Turandot - mit Bildern von Anita Tschirwitz:

Auf einer großen Weide
Der Baum, auf dem die Kinder der Sterblichen verblühn
Ein Gebäude steht da...
Ein Vogel ist es
Es führt dich meilenweit...
Es steht ein groß geräumig Haus...
Ich drehe mich auf einer Scheibe
Ich wohne in einem steinernen Haus
Kennst du das Bild auf zartem Grunde?
Unter allen Schlangen
Von Perlen baut sich eine Brücke
Wie heißt das Ding?
Wir stammen ...
Zwei Eimer sieht man ...

...weitere Rätsel in Vorbereitung