Gedichte-Lyrik-Poesie

Liebesgedichte - Gedichte über Freundschaft, Zuneigung und Liebe.
Allerlei Liebeserklärungen.

Gedichte zur Thematik:

Begegnung, Begleitung, Verehrung, Zuneigung, Freundschaft, wahre Liebe,
Träumerei und Schwärmerei, Zärtlichkeit, Sinnlichkeit,
Sehnsucht, Partnerschaft, Verlobung, Ehe,
Liebeskummer, Versöhnung, Trennung, Abschied, Einsamkeit.

Zuneigung

Zuneigung

Begleiten und begleitet sein.

Welch zauberhaftes Bild, wenn weiße Flocken durch die Luft des Lebens tanzen, den einen Augenblick auf ihrem Weg in der Unendlichkeit des Seins. Ein Wirbel ist das ganze Sein. Mit Begegnungen beginnt der Sinn. Begleiter sein, begleitet werden. Schönstes Sein. Zusammensein. Alle suchen Anregung. Für viele ist der Tanz des Lebens nur ein Stillstand. Das Innere erreichen, mehr kann man nicht erreichen. Der Wert des Äußeren ist innerlich. Auf Erfüllung kommt es letztlich an. Einer Schwingung ähnlich ist das Glück. Unser Tag sei wie ein Lied. Mit der Melodie des Lebens leben. Einen Sinn verfolgen, der unsterblich ist.

(Mit frdl. Erlaubnis: © Heinz Hector)

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Den Grad der Freundschaft bei den Freunden kennen.

Das Porträt der Feinde ist ein klarer Stich, das der Freunde schimmert und schillert. Von den Feinden weiß man, daß sie keine Freunde sind, von den Freunden muß man es zum Schluß noch lernen. Die Freundschaft ist ein Regenbogen aus Gefühlen. Brücken der Gefühle tragen, wenn sie nicht belastet sind. Ein Loblied kann vor allem singen, wer von niemand etwas will. Von den Menschen zu erwarten sind Erwartungen. Man sortiere seine Freunde nach dem Grad der Haltbarkeit. Sich nicht täuschen und sich folglich nicht enttäuschen lassen. Gar kein Freund ist besser, als ein halber. Wir haben immer Freunde in der Not derselben.

(Mit frd. Erlaubnis: © Heinz Hector)

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Zueignung - Johann Wolfgang von Goethe (Faust I /Prolog))

Liebe - Gustav Klimt

Liebe

Die Liebe ist der Dichtung Stern
Die Liebe ist des Lebens Kern;
Und wer die Lieb' hat ausgesungen,
Der hat die Ewigkeit errungen. - (Friedrich Rückert)

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Hör mir nicht auf solch Geschwätze,
Liebes Herz, daß wir Poeten
Schon genug der Liebeslieder,
Ja zuviel gedichtet hätten.

Ach, es sind so kläglich wenig,
Denn ich zählte sie im stillen,
Kaum genug, dein Nadelbüchlein
Schicklich damit anzufüllen.

Lieder, die von Liebe reimen,
Kommen Tag für Tage wieder;
Doch wir zwei Verliebte sprechen:
Das sind keine Liebeslieder. (Theodor Storm: Kritik)

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Die Liebe hemmet nichts;
sie kennt nicht Tür noch Riegel,
Und dringt durch alles sich;
Sie ist ohn  Anbeginn,
Schlug ewig ihre Flügel,
Und schlägt sie ewiglich. (Matthias Claudius)

Liebe

Nicht mit Gegenliebe rechnen

Nicht die Liebe, die wir nicht gegeben haben, nur die Liebe, die wir nicht bekommen konnten, rechnen wir uns gerne vor. Die Seele vieler wird durch ein Geschäft zerstört. Bedingungslos sind die Gefühle echt. Es ist die Eigenliebe, die nach Gegenliebe ruft. Jedes Rechnen mit Gefühlen führt zu nichts. Nur bisweilen trifft sich das, was sich im Innersten entspricht. Glückliche Begegnungen sind erstens selten, zweitens kurz. Das Glück würde zu schmerzen beginnen, wenn es zu lange dauerte. Die Begrüßung lernen und das Abschiednehmen. Das Behaltenwollen ist ein Wahn. Auf guter Schule lernt man, zu verlieren. Die sehnsuchtsvolle Liebe ist die innigste. Zwei Schätze kennt die Phantasie: was sich nie ergab und was entschwand. Seelisch zählt das Nichtsein manchmal mehr als das Sein. Die Gegenliebe setzt die Liebe voraus, die Liebe nicht die Gegenliebe. Wer vertraglich nichts erwartet, findet es vielleicht. Das Wunderbare ist das Unerwartete.

(Mit frdl. Erlaubnis: © Heinz Hector)

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Liebesgedichte - Versuch einer Kategorisierung

Über Liebe

Das Hohelied Salomos (Ausschnitt aus Lutherbibel - Kap.4)
Liebe - Tegernseer Handschrift - Dû bist mîn...
Minnehuldigung Ludwig Christoph Heinrich Hölty
De ramis cadunt folia - unbekannt, 13.Jahrhundert - Liebe im Herbst
Sonetto V - Pietro Bembo
An die Liebe - Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Des Himmels Stuben weit offen stehen - Max Dauthendey
Ursachen zum Lieben - Johann Wilhem Ludwig Gleim
Mein Herz, ich will dich fragen - Friedrich Halm
Sie saßen und tranken am Teetisch - Heinrich Heine
Die Brücke - Anastasius Grün
Kunst der Liebe - Robert Eduard Prutz
Amor als Arzt - Robert Eduard Prutz
Hymne an die Liebe - Friedrich Hölderlin
Eros - Bettina von Arnim
Die Liebe fing mich ein - Clemens Brentano
Wenn du nur wolltest - Christian Morgenstern

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Was ist Liebe?

Auf den Schlag des fremden Herzens achten

Erst dann, wenn wir in anderen uns selbst erkennen, finden wir zu ihnen den rechten Bezug. Du bist ein Mensch, weil alle Menschen Menschen sind. Den Schlag des fremden Herzens hört, wer sich in andere vertieft. Betrug an anderen ist Selbstbetrug, Mord ein Selbstmord. Einfühlung: Identifizierung. Einfühlung, Schlüssel zum Frtieden auf Erden. Gutes, das wir anderen erweisen, segnet uns. Unterschiede, die uns trennen, können sich ergänzen. Wesensunterschiede unter Lebewesen gibt es metaphysisch nicht. Die Harmonie des Seins ist die der Seienden, in sich und unter sich. So manches fremde Herz schlägt für uns, würden wir es gelten und gewähren lassen. Wer des anderen bedarf ist seiner würdig.

(Mit frdl. Erlaubnis: © Heinz Hector)

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Die Liebe ist ein magischer Lichtstrahl, der aus den Tiefen des Gefühls hervorbricht und sein ganzes Umfeld erhellt; auf diese Weise erlebt man die Welt als einen Reigen, der durch grüne Wiesen zieht, und das Leben als einen schönen Traum, den man zwischen zwei Phasen der Schlaflosigkeit träumt. (Khalil Gibran)

Stammbuchblatt - Was ist Liebe... - Ernst Moritz Arndt
Liebe - Auguste Kurs
Liebesglück - Eduard Mörike

Wo ist Liebe?

Da Reich der Liebe

Das Reich der Liebe ... und..... wo wohnst DU ?

An die Liebe

Alle suchen sie dich
und überall lockst du.
Aus tausend Verhüllungen schimmert
dein unenträtselt Gesicht.
Aber wenigen nur
gewährst du Erfüllung,
selige Tage, reines Glück.
Zärtlich wehn dich die Blumen,
die scheuen Gräser,
der Schmetterlinge heiterer Flug;
wilder der Wind
und das ewig sich wandelnde Meer.
Wunderbar strahlst du
aus den Augen des Menschen,
der ein Geliebtes
in seinen Armen hält,
vom tönenden Sternenhimmel überwölbt.
In die zitternde Seele
schweben Schauer
von Leben und Tod.- Francisca Stoecklin, 1894-1931

Liebe läßt sich suchen, finden, niemals lernen oder lehren... (Ludwig Tieck)

Wunder der Liebe - Ludwig Tieck
Die Liebe saß im Mittelpunkt - Friedrich Rückert

Die beste Zeit für die Liebe - vom Frühling bis zum Winter, bei Wind und Wetter   ;-)

Liebeskalender - Robert Eduard Prutz
Liebesuhr - Robert Eduard Prutz
Lieb' kennt keine Jahreszeit - Max Dauthendey
Der späte Mai - Hermann Löns
Liebesgruß - Auguste Kurs
Winterliebe - Karl Henckell
Mag da draußen Schnee sich türmen - Heinrich Heine

Vom Geben und Nehmen ... und von Hingabe

Ganz oder gar nicht ...

Wer da will die Liebe leben,
muß sich ganz der Liebe geben,
sich nicht teilen, nicht zersplittern,
ganz im Kuß hinüberzittern;
muß des Herzens ganzes Drängen
auf des Mundes Spitze zwängen;
muß nicht denken, rechnen, klügeln,
sich nicht fesseln oder zügeln;
muß den Arm nicht ängstlich halten,
gilt es, Hüften zu umfalten;
nicht voll Scheu die Hand befühlen,
gilt`s, im seidnen Haar zu wühlen;
muß im seligen Versenktsein
unklar, ob er ist und denkt, sein. (Friedrich Rückert)

Liebe - Karoline von Günderrode
Sinnesänderung - Gottfried August Bürger
Warnung - August Wilhelm Schlegel

Freies Leben - freie Liebe

Lebensmotto - Louise Aston
Ich weiß nicht was - Novalis, Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg

Frau und Mann - Geschlechterrollen, Eigenheiten, Eigenarten....

Es legte Adam sich im Paradiese schlafen;
da ward aus ihm das Weib geschaffen.
Du armer Vater Adam, du!
Dein erster Schlaf war deine letzte Ruh`. ( Matthias Claudius )

Unterschied Mann und Frau - Joachim Ringelnatz

Die Frau

Dame mit Fächer - Gustav Klimt

Femmes, anges mortels, création divine, seul rayon dont la vie un moment s'illumine.
Alphonse Lamartine,1790-1869

Brahma, Schöpfer alles Lebens,
Saß und sann im Weltenmai,
Sann und grübelte vergebens,
(seufzend:)
Wie das "W e i b" zu schaffen sei.
Denn als er den M a n n geschaffen,
Hatte seine Meisterhand
Alle festen alle straffen
Elemente schon verwandt.-
(Fragend:)
Wie das neue Werk beginnen,
Da kein Stoff mehr übrig war?
Erst nach langem, tiefem Sinnen,
Ward's ihm endlich offenbar:
(Tempo)
Und er nahm der Blume Sammet
Und den frommen Blick des Rehs
Und die Glut, die lodernd flammet,
Und den kalten Hauch des Schnees;
Nahm den schlanken Wuchs der Gerte
Und des Windes Flattersucht,
Und des Diamanten Härte
Und die Süßigigkeit der Frucht;
Nahm den zarten Schmelz vom Laube
Und den Flaum vom Sperlingskleid,
(weich:)
Das Gegirr der Turteltaube
(grausam:)
Und des Tigers Grausamkeit;
Und vom morgendlichen Rasen
Nahm er Tränenfluß des Taus,
Nahm die Furchtsamkeit des Hasen
Und die Eitelkeit des Pfaus;
Nahm vom Schilfe das Gezitter
Und des Vollmonds schwelllend Rund
Und des Sonnenstrahles Flitter
Und des Hähers Plappermund;
Nahm der Kletterpflanze Schlingen,
Nahm der Schlange Wellenleib,
(mit gewisser gläubiger Begeisterung:)
Und aus a l l e n diesen Dingen
Schuf der Weltenherr das - "W e i b". -
Und dem Manne zum Genossen
gab er es mit güt'gem Sinn;
(aufgeregt:)
Doch bevor ein Mond verflossen,
Trat der Mann vor Brahma hin,
(verlegen)
Und er sprach: O Herr, das Wesen,
Das du mir so gnadenvoll
Zur Gesellschaft hast erlesen,
Macht mich elend, macht mich toll.
Ach, es  p l a p p e r t  Tag'und Nächte,
Raubt mir  S c h l a f  und  Z e i t  und  R u h ',
F o r d e r t  viel, doch  n i e  das R e c h t e,
Stört und quält mich immerzu.
(verzweifelt:)
Es vergiftet mir mein Leben,
Es zertrümmert mir mein Glück
(flehend:)
D u , der mir das Weib gegeben,
Großiger Brahma, n i m m 's   z u r ü c k !
(Erzählend:)
- Brahma tat nach seiner Bitte;
Doch nach einer Woche schon,
trat der Mann mit raschem Schritte
Wiederum vor seinen Thron.
(Furchtsam:)
"Herr", so sprach er scheu beklommen,
"Meines Jammers dich erbarm".
(Als sei es ihm selbst unverständlich:)
Seit mir dies Geschöpf genommen,
Ward mein Leben leer und arm.
(Sinnlich:)
Ach, gedenken muß ich täglich,
Wie dies Wesen tanzt'und sang,
Wie's mich ansah, herzbeweglich
Und mit weichem Arm umschlang,
Die geschmeidig sanften Glieder
Und das liebliche Gesicht.
(Bittend:)
Brahma, gib das Weib mir w i e d e r ,
(jauchzend:)
Meines Lebens Lust und Licht!"
(Erzählend:)
Brahma stillte sein Verlangen
Doch drei Tage kaum vergangen
Kam der Mann mit bleichen Wangen
Abermals zurück und sprach:
(zerknirscht:)
"Sieh mich, Herr, voll bitt'rer Reue!
Ach, ich war ein blinder Tor;
Seit das Weib mir ward aufs n e u e ,
Bin ich  ä r m e r  als zuvor.
(Entschlossener Trotz:)
Niemals wieder mich betrügen
Wird ihr Lächeln und ihr Kuß
(kleinlaut:)
Winzig klein ist das Vergnügen,
(bedeutungsvoll:)
Riesengroß ist der Verdruß.
Ach, mir blieb kein Hoffnungsschimmer;
Drum erhör'mich, großiger Gott;
(flehend:)
N i m m   d a s   W e i b   m i r   a b  f ü r   i m m e r ! "
(Streng, zornig:)
Brahma forsch: "Bin ich dein Spott?!
(Befehlend:)
Scher'dich heim! Für deine Klagen
Bleibt mein Ohr fortan verschanzt;
Lern's so gut es geht, ertragen,
Was Du nicht entbehren kannst."
(Seufzend:)
Traurig schlich der Mann von hinnen,
Und im Wandern seufzt'er bang':
"Großiger Brahma, nicht entrinnen
Werd' ich meinem Untergang.
Was du mir heraufbeschworen
Durch das Weib, verschmerz'ich nie;
B e i d e m a l   bin ich   v e r l o r e n -
M i t   ihr - - - oder  o h n e   sie."

Luwig Fulda, 1862-1939

Die Schöpfung des Weibes - und... Der Schöpfer - Johann Wilhelm Ludwig Gleim ;-)

Das Hohelied - Heinrich Heine
Lockenstricke... - Hafis
Mann und Frau - Geschlechterrollen - Friedrich Schiller
Die Macht des Weibes - Friedrich Schiller
Das Land der Weiber - Carl Leberecht Immermann
Ein Mädchen - Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Kaffee und Thee - Johann Wilhelm Ludwig Gleim
An die Damen - Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Mägdlein, schlag die Augen nieder - Clemens Brentano
Von Mädchen und Rosen - Friedrich Hebbel
Über die Weiber - Arthur Schopenhauer
Unsre deutsche Frau - Theodor Fontane
Das Mädchen mit den hellen Augen - Theodor Storm
Der Blusenkauf - Otto Reutter
Die schlimmste Frau - Gotthold Ephraim Lessing
Xanthippe - Abraham a Santa Clare
Zwölf Freier möcht` ich haben - Friedrich Rückert

Ein Jüngling an die Jungfern

Ihr Jungfern, wenn ich sollte
So wie ich gerne wollte,
Ihr würdet sehn, ich wollte
Nicht anders, als ich sollte;
Denn dies wär, was ich sollte,
Was euer Wille wollte.

Friedrich von Logau, 1604-1655

Frauen und der Mond

Luna - Edward Burne-Jones

Die achtundzwanzig Frauen des Mondes - Friedrich Rückert

Nach einer schläfrigen Vorlesung von "Romeo und Julia"

"Guten Morgen, Romeo;
Wie geschlafen?" - "Ach, - so so."

"Und du, süße Julia?"
"Ebenfalls, so la la!"  - von Eduard Mörike

Frauenbildnis - Gustav Klimt

Über Frauen und Schönheit - Spiegelbilder - Spiegelungen ...

Der Spiegel
 
Wie viele Bilder sind in dir gefangen,
Du hoher, alter, goldgerahmter Spiegel.
Wie viele Lächeln blieben in dir hangen.
Wie viele Eitelkeiten schweigt dein Siegel.
 
O tausend Blicke, die in dir versunken.
O Hände, Leiber! die in dir verborgen.
O all die Ängste, die du eingetrunken
Von schönen Frauen, die sich alternd sorgen.
 
Ich ahne dich ganz angefüllt mit Dingen.
Ich fürchte oft, dein Glas müsse zerspringen
Vom ewigen Verhalten deiner Träume. —
Doch du bist tiefer als die tiefsten Räume. - Francisca Stoecklin, 1894-1931

...bellezza... - Michelangelo
Geschmückte und geschmünckte Jungfern
- Friedrich von Logau (Über Schminken und Kosmetik)
An Ihren Spiegel - Paul Fleming
Das Spiegelbild - Annette von Droste-Hülshoff
Dame vor dem Spiegel - Rainer Maria Rilke
Im Spiegelglas - Max Dauthendey
Die Spiegel - Max Dauthendey
Spiegelungen - Rainer Maria Rilke
Licht und Schatten - Franz Grillparzer
Scherz - Eduard Mörike
An den Mann im Spiegel - Joachim Ringelnatz
Schöne Fraun mit schönen Katzen - Joachim Ringelnatz
Lampe und Spiegel - Joachim Ringelnatz
Frau im Juwelenladen - Rudolf G. Binding

Der Traum - Franz Marc

Traumbilder - Träume - Wunschträume

Dein Traumbild hat mehr Lieb` als du;
Du fliehst mich und es eilt mir zu.
Es eilt zu mir in jeder Nacht,
Wo mich dein Auge schlaflos macht.
Und willst du ganz mich schlaflos machen,
So kommt dein Traumbild mir im Wachen. - Friedrich Rückert, 1788-1866

Pygmalion - Johann Wolfgang von Goethe
In der Nacht- Theodor Körner
Traumbilder - Heinrich Heine
Es ist ein Flüstern in der Nacht - Theodor Storm
In stiller, wehmutweicher Abendstunde - Heinrich Heine
Du sollst mich liebend umschließen - Heinrich Heine
Der Kuß im Traume - Karoline von Günderrode
Purpurrote Rosen binden... - Rainer Maria Rilke
Unruhige Nacht - Conrad Ferdinand Meyer
Wie meine Träume nach dir schrein - Rainer Maria Rilke
Morgentau - Adelbert von Chamisso

Einst erschien sie auch mir, ein bräunliches Mädchen, die Haare
Fielen ihr dunkel und reich über die Stirne herab,
Kurze Locken ringelten sich ums zierliche Hälschen,
Ungeflochtenes Haar krauste vom Scheitel sich auf,
Und ich verkannte sie nicht, ergriff die Eilende, lieblich
Gab sie Umarmung und Kuß bald mir gelehrig zurück.
O wie war ich beglückt! - Doch stille, die Zeit ist vorüber,
Und umwunden bin ich, römische Flechten, von euch.
- Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

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Ich habe von Dir geträumet –
Doch was?  Das sag` ich nicht.
Ich hab`  Dich im Traum gesehen,
Doch wo?  Das sag` ich nicht.

Ich habe mit Dir gesprochen –
Wovon?  Das sag` ich nicht.
Ich habe gelacht im Träume –
Worüber?  Das sag` ich nicht.

Dann fühlt  ich in dem Herzen –
Doch was?  Das  sag`  ich nicht,
Und war so überglücklich –
Wodurch?  Das sag` ich nicht.

Da bin ich erwacht so traurig –
Warum?  Das sag` ich nicht,
Und habe mich heiß gesehnet –
Wonach?  Das sag` ich nicht.

Drauf hab` ich dies Liedchen gedichtet –
Wozu?  Das sag` ich nicht,
Und habe wieder geträumet-
Was denn?  Das sag` ich nicht.

D a s,  Mädchen, sag` ich nicht.
Das brauch ich nicht zu sagen,
Das brauchst Du nicht zu fragen –
Du hörst ja mein Gedicht!

M.G. Saphir, 1795-1858

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Liebesfrühling - erste Liebe

Il primo amore - Giacomo Leopardi
Seit ich ihn gesehen - Adelbert von Chamisso
Der Lenz ist da - Kurt Tucholsky
Ilse - Frank Wedekind

Heimliche Liebe — oder: Ein Kavalier genießt ...und schweigt...

"Wie es latente Wärme giebt, so giebt es auch latente Liebe. Haben wir sie befreit,
so nennen wir sie Dankbarkeit." (Karl Friedrich May, 1842-1912)

Verschwiegene Liebe - Joseph, Freiherr von Eichendorff
Romanze - Ernst Schulze
Geheime Liebe - Clemens Brentano

Begegnungen (erste, glückliche,unglückliche...) - Liebesgeschichten
Verehrung - Komplimente
... und ... was sich neckt, das liebt sich  ;-)

Die Würde hindert, daß die Liebe nicht nur Begierde wird.
Die Anmut verhütet, daß Achtung nicht zur Furcht wird. - Friedrich von Schiller

Entschluß - Ludwig Uhland
Leander und Ismene - Ludwig Heinrich Christoph Hölty
Daphne und Apoll - Ludwig Christoph Heinrich Hölty
Under der linden - Walther von der Vogelweide
Barocke Komplimente - Christian Hofmann von Hofmannswaldau
Aus ihren Augen lacht die Freude - Jakob Michael Reinhold Lenz
An Amorn - Paul Fleming
An Eugenien - Andreas Gryphius
Freundliches Begegnen - Johann Wolfgang von Goethe
Mein Liebchen hinterm Pillenbaum - Achim von Arnim
Kleine Geschichte - Detlev von Liliencron
Begegnung - Richard Dehmel
Einer schönen Freundin ins Stammbuch - Detlev von Liliencron
Geliebter - Francisca Stoecklin
Die Amazone - Christian Felix Weiße
Das Mädchen mit dem Muttermal - Joachim Ringelnatz
Ärgerliches Mädchen - Alfred Lichtenstein
Sie floh vor mir wie 'n Reh so scheu - Heinrich Heine
Die Launen der Verliebten - Heinrich Heine
Die Beiden - Hugo von Hofmannsthal
Ein Jüngling und ein Mädchen - Johann Wolfgang von Goethe
Blinde Kuh - Johann Wolfgang von Goethe
Das Schreien - Johannn Wolfgang von Goethe
Liebhaber in allen Gestalten - Johann Wolfgang von Goethe
Wir fuhren allein... - Heinrich Heine
Mein Liebchen, wir saßen zusammen - Heinrich Heine
Ein Jüngling liebt ein Mädchen - Heinrich Heine
Die Spinnerin - Johann Heinrich Voß
Wir saßen auf den engen Weinbergstufen - Max Dauthendey
Wir saßen an zwei Tischen - Begegnung - Christian Morgenstern
Das Äpfelchen - Christian Morgenstern
Genug oft, daß zwei Menschen sich berühren - Christian Morgenstern
Danksagung - Stefan George
Rendezvous - Erich Mühsam
Kleiner Roman - Erich Mühsam
Hoch verehr`ich - Wilhelm Busch
Du willst es nicht in Worten sagen - Theodor Storm
Schwabens Mägdelein - Friedrich Hölderlin
Liebeslied - Klabund
Les roses d`Ispahan - Charles-Marie René leconte de Lisle
Gestern sprach der Mond zu mir - Friedrich Rückert
An die Schöne - Friedrich Rückert
Tulpenpredigt - Otto Julius Bierbaum
Du läßt mein Herz nicht schläfrig werden - Max Dauthendey
Du und Sie - Alexander Sergejewitsch Puschkin,
Quand la lune apparaît dans la brume des plaines - Victor Hugo
...und dann war dann noch Mein Liebchen - Karl Friedrich May ;-)

...es gab und gibt aber auch weniger schöne Begegnungen:
Aus der Welt des literarischen ´Bänkelsangs`, der Moritaten (nicht: der Mordtaten !):

Der Tantenmörder - Frank Wedekind

 

Die Umarmung der Liebenden - Egon Schiele

Die Liebenden

Die Liebenden - Rainer Maria Rilke
Die Augensprache - Friedrich Rückert
AN*** - Alexander Sergejewitsch Puschkin

Johann Wolfgang von Goethe und seine Liebschaften:

Ein grauer, trüber Morgen

Ein grauer, trüber Morgen
Bedeckt mein liebes Feld,
Im Nebel tief verborgen
Liegt um mich her die Welt.
O liebliche Friedricke,
Dürft ich nach dir zurück!
In einem deiner Blicke
Liegt Sonnenschein und Glück.

Der Baum, in dessen Rinde
Mein Nam bei deinem steht,
Wird bleich vom rauhen Winde,
Der jede Lust verweht.
Der Wiesen grüner Schimmer
Wird trüb wie mein Gesicht,
Sie sehen die Sonne nimmer,
Und ich Friedricken nicht.

Bald geh ich in die Reben
Und herbste Trauben ein;
Umher ist alles Leben,
Es strudelt neuer Wein.
Doch in der öden Laube,
Ach, denk ich, wär sie hier!
Ich brächt ihr diese Traube,
Und sie – was gäb sie mir?

Johann Wolfgang von Goethe

Die Liebhaber - Johann Wolfgang von Goethe und Anna Katharina Schönkopf (Annette)
Lilis Park - An Belinden - Johann Wolfgang von Goethe und Anna Elisabeth Schönemann
Willkommen und Abschied - Johann Wolfgang von Goethe und Friederike Elisabeth Brion
Wenn einen seiligen Biedermann - Johann Wolfgang von Goethe und Charlotte Sophie Henriette Buff
An Charlotte von Stein - Johann Wolfgang von Goethe und Charlotte von Stein
Römische Elegie XVIII - Johann Wolfgang von Goethe - Faustine
Suleika - Westwind-Ostwind - Johann Wolfgang von Goethe und Marianne von Willemer
Gefunden - Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius
Charade - Johann Wolfgang von Goethe - Minchen Herzlieb
Marienbader Elegie - Johann Wolfgang von Goethe und Ulrike von Levetzow

Liebe macht blind!

Love's Blindness

Now do I know that Love is blind, for I
Can see no beauty on this beauteous earth,
No life, no light, no hopefulness, no mirth,
Pleasure nor purpose, when thou art not nigh.
Thy absence exiles sunshine from the sky,
Seres Spring's maturity, checks Summer's birth,
Leaves linnet's pipe as sad as plover's cry,
And makes me in abundance find but dearth.
But when thy feet flutter the dark, and thou
With orient eyes dawnest on my distress,
Suddenly sings a bird on every bough,
The heavens expand, the earth grows less and less,
The ground is buoyant as the ether now,
And all looks lovely in thy loveliness.

Alfred Austin, 1835 - 1913

Sehnsucht

Sehnsucht - Sabina Schrenker © Sabina Schrenker

Die Sehnsucht nach dem, was man nicht hat,
was man doch so gerne hätte.
Die Sehnsucht nach dem, das einen gerade nicht umgibt.
Die Sehnsucht nach Liebe und Nähe.
Die Sehnsucht nach der Ferne.
Die Sehnsucht nach der Vergangenheit.
Die Sehnsucht nach etwas Besserem.
Die Sehnsucht nach einem anderen Leben sogar?
Sie ist nur eine Vorstellung einer nicht existierenden Phantasie,
realistisch und träumerisch.
Sie lässt einen abschweifen, und doch kann sie so nützlich sein.
© Bild und Gedicht: Sabina Schrenker, Würzburg

Sehnsucht
Ihre Arme umschlingen den Mondenschein
Und ringen nach den Sternen,
Die Augen wühlen sich in die Nacht,
in kalte leblose Fernen.
Und es umkrallt die bettelnde Hand
Den tauben Stein, den toten Sand,
zermalmt von verzweifeltem Sehnen.
Ertrinkend in Sehnsucht und Tränen. - Max Dauthendey, 1867-1918

Die Erwartung - Gustav Klimt

Sehnsucht und Erwartung

Die Zeit, die ist, wird erst bedeutsam durch die Zeit, die war und sein wird. Ein Höhepunkt des Augenblickes vorwärts oder rückwärts ist die Gegenwart des Seins. Die Kette der Momente schließt sich nicht. Seelisch gibt es keinen Stillstand der Erfüllung. Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück. Die Sehnsucht der Vollendeten gilt als Wiederkehr. Auf Wegen, die zurückgelangen lassen, wandert der beglückte Mensch voran. Großes Denken ist ein Andenken. Es sind die Fernen, denen Sehnsucht folgt. Kein Land liegt weiter weg als das, was war. Die Sehnsucht ist ein Griff nach Ewigkeit. Unser Menschenleben ist in der Zeit, ist ein Hinweg und ein Rückweg. Auf dem Hinweg an den Rückweg denken.

(Mit frdl. Erlaubnis: © Heinz Hector)

Selige Sehnsucht - Johann Wolfgang von Goethe
Ach, wie sehn ich mich nach dir - Johann Wolfgang von Goethe
Nur wer die Sehnsucht kennt - Johann Wolfgang von Goethe
Sehnsucht - Friedrich von Schiller
Die Erwartung - Friedrich von Schiller
Der geflügelte Amor - Christian Felix Weiße
Sehnsucht - Heinrich Heine
Sehnsucht - Detlev von Liliencron
Sehnsucht - Hermann Löns
Sehnsucht nach Liebe - Franz Grillparzer
Zu ihr! - Gustav Falke
Im Garten - Theodor Fontane
O Traum der Wüste, Liebe, endlos Sehnen - Clemens Brentano
Ich denk` an dich - Friedrich Rückert
Abends - Theodor Storm
An die Ersehnte - Richard Dehmel
Ich und die Rose warten - Detlev von Liliencron
Ziel der Sehnsucht - Friedrich Rückert
Die Sehnsucht peitscht - Max Dauthendey
Ich bin so weit von dir - Max Dauthendey
Wenn ich durch die Fluren schweife - Friedrich Rückert
Gestillte Sehnsucht - Friedrich Rückert
Triumph der Sehnsucht - Hermann Conradi
Ewiges Suchen - Moritz Gottlieb Saphir
Sehnsucht nach blauen Augen - Moritz Gottlieb Saphir
Wo bist du? - Christian Morgenstern
Oh, come to me in dreams, my love! - Mary Wollstonecraft Shelley
Vergebliches Warten - Anna Ritter

Schwärmerei - Verliebtheit - Liebeswerben - Liebeslieder
Liebeserklärungen - Liebesbriefe

Mathematische Verliebtheit

Es ist mein Herz der Punkt, um den im Bogen
Der Schönen Schönheit ist als Kreis gezogen;
Der Sehnsucht vielgeteilte Qualen
Sind die vom Mittelpunkt zum Umkreis geh`nden Strahlen - Friedrich Rückert, 1788-1866

Liebeserklärung
Deine Hand ist in meiner, so lange Du sie dort läßt. — Franz Kafka, 1883-1924

"How do I love thee? Let me count the ways.
I love thee to the depth and breadth and height
My soul can reach, when feeling out of sight
For the ends of being and ideal Grace.
I love thee to the level of every day's
Most quiet need, by sun and candle-light.
I love thee freely, as men strive for right;
I love thee purely, as they turn from Praise.
I love thee with the passion put to use
In my old griefs, and with my childhood's faith.
I love thee with a love I seemed to lose
With my lost saints, - I love thee with the breath,
Smiles, tears, of all my life! - and, if God choose,
I shall but love thee better after death."

"Sonnet From The Portuguese XLIII"
by Elizabeth Barrett Browing (1806-1861)

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Mein schöner Stern! ich bitte dich,
O lasse du dein heitres Licht
Nicht trüben durch den Dampf in mir,
Vielmehr den Dampf in mir zu Licht,
Mein schöner Stern, verklären hilf!

Mein schöner Stern! ich bitte dich,
Nicht senk' herab zur Erde dich,
Weil du mich noch hier unten siehst,
Heb' auf vielmehr zum Himmel mich,
Mein schöner Stern, wo du schon bist!

Friedrich Rückert, 1788-1866

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Liebesbriefe - Sonette - Johann Wolfgang von Goethe

Nicht nur ... die schönen Augen...

DU - Clemens Brentano
Der Blick - Joseph Freiherr von Eichendorff
Mit deinen blauen Augen... - Heinrich Heine
Die Zierliche - Gustav Falke
Ihr Auge - Ich weiß wo einen Bronnen - Wilhelm Hauff
Die Augen der Geliebten - Theodor Körner
Einladung zur Liebe - Johann Wilhelm Ludwig Gleim
An Doris - Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Gegenwart - Johann Wolfgang von Goethe
Ihr Herz und Kuß - Novalis
Tändelei - Johann Gaudenz von Salis-Seewis
Gülnare - Hugo von Hofmannsthal
Sturmnacht - Hugo von Hofmannsthal
Ach, wie wär`s möglich dann - Helmina von Chezy
Ich will meine Seele tauchen - Heinrich Heine
Deine Wimpern, die langen - Georg Heym
Ich liebe dich - Christian Morgenstern
Liebes-Lied - Rainer Maria Rilke
Nähe der Geliebten - Ich denke dein - Theodor Körner
Der Tausch - Hermann Löns
Chanson d'amour - Armand Silvestre
I pray thee, gentle mortal, sing again - Titania in: Midsummer Night`s Dream - William Shakespeare
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund - François Villon
An Sie im Alter - Justinius Kerner

 

Die Erfüllung - Gustav Klimt

Gesucht ... und gefunden

Diese Richtung ist gewiß - Johann Wolfgang von Goethe
Gefunden - Johann Wolfgang von Goethe
Ich und Du - Friedrich Hebbel
Du und ich - Max Dauthendey
Die Herzensfrau - Max Dauthendey
Ines - Adolf Friedrich von Schack
Wechsel - Stefan George

Liebesbezeugungen und Anträge

Mit einem gemalten Band

Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute junge Frühlingsgötter
Tändelnd auf ein luftig Band.

Zephyr, nimm's auf deine Flügel,
Schling's um meiner Liebsten Kleid!
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit,

Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes Leben!
Und ich bin belohnt genung.

Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!

Johann Wolfgang von Goethe

Du verstecktes - Clemens Brentano
Du schlank und rein ... Stefan George
Meinen schönsten Liebesantrag - Heinrich Heine
Nähe des Geliebten - Johann Wolfgang von Goethe
Ich denke dein - Friederike Brun
Minnelied an mein Liebchen - Johann Martin Miller
Die Nacht holt heimlich durch des Vorhangs Falten... - Rainer Maria Rilke
Mir ist zu licht zum Schlafen - Ludwig Achim von Arnim
An M. - Joachim Ringelnatz
Reich' mir die Hand mein Leben - Don Giovanni - Wolfgang Amadeus Mozart
Alte Liebe - Frank Wedekind

"How do I love thee? Let me count the ways.
I love thee to the depth and breadth and height
My soul can reach, when feeling out of sight
For the ends of being and ideal Grace.
I love thee to the level of every day's
Most quiet need, by sun and candle-light.
I love thee freely, as men strive for right;
I love thee purely, as they turn from Praise.
I love thee with the passion put to use
In my old griefs, and with my childhood's faith.
I love thee with a love I seemed to lose
With my lost saints, - I love thee with the breath,
Smiles, tears, of all my life! - and, if God choose,
I shall but love thee better after death."

"Sonnet From The Portuguese XLIII"
by Elizabeth Barrett Browing (1806-1861)

Über Zärtlichkeit

Fröhlich, zärtlich, lieblich - Oswald von Wolkenstein
Zärtlichkeit - Hermann Löns
Abfindung - Friedrich Rückert
...und auch einmal musikalisch - mo-zärtlich:
Der Vogelfänger bin ich ja - Mozart, Zauberflöte, Arie des Papageno

Der Kuss - Gustav Klimt

Vom Küssen

Der erste Kuss ist das Streifen der Lippen der Rose
mit den zarten Fingern der Brise, in der man die
Rose einen langen Seufzer der Erleichterung
und ein sanftes Stöhnen von sich geben hört.
Er ist die Vereinigung von zwei
parfümierten Blumen, damit ihre
vermischten Düfte die Bienen zum Honigsammeln rufen. - Khalil Gibran

Du bist mein und bist so zierlich,
Du bist mein und so manierlich,
Aber etwas fehlt dir noch:
Küssest mit so spitzen Lippen,
Wie die Tauben Wasser nippen;
Allzu zierlich bist du doch. - Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

Die Erfindung des Kusses - August Wilhelm Schlegel
Wie er wolle geküsset seyn - Paul Fleming
Die Küsse - Friedrich von Hagedorn
Der Kuß - Christian Felix Weiße
Kuß - Franz Grillparzer
Der Handkuß - Detlev von Liliencron
Küsse, die man stiehlt im Dunkeln - Heinrich Heine
In den Küssen welche Lüge - Heinrich Heine
Wiesengras - Hermann Löns
Komm her und laß dich küssen - Otto Julius Bierbaum
Liebeständelei - Theodor Körner

Über Glück

Damit ich glücklich wäre

Das müßte sein von jenen blanken
Lenztagen einer, da die Kranken
man vor die dunklen Türen bringt.
Im Flieder ist ein Spatzenzanken,
weil keinem rechter Sang gelingt.
Der Bach, dem alle Bande sanken,
weiß nicht, was tun vor Glück, und springt
bis aufwärts zu den Bretterplanken,
dahinter Beete, kiesumringt,
und Blumenblühn und Birkenschwanken.
Und vor dem Häuschen, gioldbezinkt,
um das der Frühling seine Ranken
wie liebeleise Arme schlingt, -
ein blondes Kind, das in Gedanken
das schönste meiner Lieder singt.

Rainer Maria Rilke, 1875-1926

-

Hüt dich vor Katzen,
die vorne lecken, hinten kratzen. - Martin Luther ;-)

-

Liebe und Lust - Liebeswonnen - nimmersatte Liebe - Sinnlichkeit - Erotik

An den Mond

Schwester von dem ersten Licht,
Bild der Zärtlichkeit in Trauer,
Nebel schwimmt mit Silberschauer
Um dein reizendes Gesicht.
Deines leisen Fußes Lauf
Weckt aus tagverschloßnen Höhlen
Traurig abgeschiedne Seelen,
Mich, und nächt'ge Vögel auf.

Forschend übersieht dein Blick
Eine großgemeßne Weite.
Hebe mich an deine Seite,
Gib der Schwärmerei dies Glück!
Und in wollustvoller Ruh
Säh' der weitverschlagne Ritter
Durch das gläserne Gegitter
Seines Mädchens Nächten zu.

Dämmrung, wo die Wollust thront,
Schwimmt um ihre runden Glieder.
Trunken sinkt mein Blick hernieder-
Was verhüllt man wohl dem Mond!
Doch was das für Wünsche sind!
Voll Begierde zu genießen,
So da droben hängen müssen -
Ei, da schieltest du dich blind!

Johann Wolfgang von Goethe

Nacktes Begehren - Dorothea Goebel
Nacktes Begehren © Dorothea Göbel

"Schwül wars; eben des Tags mittägliche Stunde verflossen:
Über dem Ruhebett hin hatt ich die Glieder gestreckt.
Halb stand offen das Fenster, und halb von dem Laden beschattet,
So wie das Licht hinspielt unter die Wipfel im Wald;
Oder wie dämmernder Schein nachschwebt der entfliehenden Sonne,
Oder der sinkenden Nacht, ehe der Tag sich erhebt.
Solch ein gedämpfteres Licht sei schüchternen Mädchen bewilligt,
Wo sich die Scham Zuflucht heimlicher Schatten verheißt.
Siehe! Corinna, sie kam in entgürtetem Untergewande,
Frei das gescheitelte Haar wallend am Nacken herab,
Schön wie Semiramis wohl hintrat zu dem purpurnen Brautbett,
Oder wie Lais, dem Wunsch wechselnder Buhlen gesellt.
Zwar nicht viel mißgönnte das dünne Gewand der Begierde:
Sittsam wehrte sie doch, als ich es heftig entriß.
Nun so kämpfend wie eine, die selbst nicht wünschte zu siegen,
Ward durch eignen Verrat leicht sie, die Schlaue, besiegt.
Als sie dem lüsternen Blick nun frei von Umhüllungen dastand,
Nirgend ein Fehl zu erspähn war an der ganzen Gestalt:
Was für Schultern und Arme zu sehn, zu befühlen gelang mir!
Für die umspannende Hand schienen die Brüste gewölbt.
Glatt der geebnete Bauch, abwärts von dem strebenden Busen;
Schlank und erhaben der Wuchs; Hüften wie jugendlich voll!
Doch, was zähl ich es auf? Untadelig alles erblickt ich,
Drückte die nackte mir fest gegen den brünstigen Leib.
Wißt ihr das übrige nicht? Wir ruhten ermattet vom Spiel aus.
Mittagsstunden wie die - würden sie oft mir gewährt.

(Übersetzung "aus den Amores" von A. W. Schlegel, 1767-1845,
es ist das fünfte Lied des ersten Bandes der "Amores":

V.

Aestus erat, mediamque dies exegerat horam;
adposui medio membra levanda toro.
pars adaperta fuit, pars altera clausa fenestrae;
quale fere silvae lumen habere solent,
qualia sublucent fugiente crepuscula Phoebo,
aut ubi nox abiit, nec tamen orta dies.
illa verecundis lux est praebenda puellis,
qua timidus latebras speret habere pudor.
ecce, Corinna venit, tunica velata recincta,
candida dividua colla tegente coma—
qualiter in thalamos famosa Semiramis isse
dicitur, et multis Lais amata viris.
Deripui tunicam—nec multum rara nocebat;
pugnabat tunica sed tamen illa tegi.
quae cum ita pugnaret, tamquam quae vincere nollet,
victa est non aegre proditione sua.
ut stetit ante oculos posito velamine nostros,
in toto nusquam corpore menda fuit.
quos umeros, quales vidi tetigique lacertos!
forma papillarum quam fuit apta premi!
quam castigato planus sub pectore venter!
quantum et quale latus! quam iuvenale femur!
Singula quid referam? nil non laudabile vidi
et nudam pressi corpus ad usque meum.
Cetera quis nescit? lassi requievimus ambo.
proveniant medii sic mihi saepe dies!

OVID (Publius Ovidius Naso, 43 v. Chr. bis ca. Jahr 17 oder 18 n. Chr.)

Froh empfind ich mich nun auf klassischem Boden begeistert,
Lauter und reizender spricht Vor-und Mitwelt zu mir.
Ich befolge den Rat, durchblättre die Werke der Alten
Mit geschäftiger Hand, täglich mit neuem Genuß.
Aber die Nächte hindurch hält Amor mich anders beschäftigt;
Werd ich auch halb nur gelehrt, bin ich doch doppelt vergnügt.
Und belehr ich mich nicht? wenn ich des lieblichen Busens
Formen spähe, die Hand leite die Hüften hinab.
Dann versteh ich erst recht den Marmor, ich denk und vergleiche,
Sehe mit fühlendem Aug, fühle mit sehender Hand.
Raubt die Liebste dann gleich mir einige Stunden des Tages,
Gibt sie Stunden der Nacht mir zur Entschädigung hin.
Wird doch nicht immer geküßt, es wird vernünftig gesprochen;
Überfällt sie der Schlaf, lieg ich und denke mir viel.
Oftmals hab ich auch schon in ihren Armen gedichtet
Und des Hexameters Maß leise mit fingernder Hand
Ihr auf den Rücken gezählt; sie atmet in lieblichem Schlummer,
Und es durchglühet ihr Hauch mir bis ins Tiefste die Brust.
Amor schüret indes die Lampe und denket der Zeiten,
Da er den nämlichen Dienst seinen Triumvirn getan.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

Schling mir den Arm um die lechzenden Glieder,
leg deinen Kopf an mein sehnendes Herz,
küsse nur Lippen und Busen und Augen,
lass uns vergessen, vergessen den Schmerz.
Lass mit dem Leben, dem brausenden Leben,
voll uns durchschauern die Liebesnacht,
gib mir dein heißes, dein heißestes Lieben,
morgen schon trennt uns der helle Tag.
Lass uns, o lass uns nicht wieder scheiden,
halte mich fest, noch bin ich ja dein.
Lass uns zusammen jauchzen und leiden,
lass mich, o lass mich nicht wieder allein.
Ehe das Leben, das grausame Leben,
eisig uns trennt mit bitterem Weh,
gib mir den Tod in glühenden Küssen,
lass mich in deiner Liebe vergehn.

Fanny Gräfin zu Reventlow 1871-1918

Welch eine Nacht, ihr Götter und Göttinnen - Petronius Arbiter
Voglia mi sprona, Amor mi guida et scorge - Francesco Petrarca, 1304-1374
Der wahre Genuß - Johann Wolfgang von Goethe
Frech und froh - Johann Wolfgang von Goethe
Morgenklagen - Johann Wolfgang von Goethe
Rastlose Liebe - Johann Wolfgang von Goethe
Nimmersatte Liebe - Eduard Mörike
Liebe und Lust - Achim von Arnim
Die Umarmung - Gottfried August Bürger
Wer je gelebt in Liebesarmen - Theodor Storm
Liebesanfang - Rainer Maria Rilke
Eroberung - Frank Wedekind
An meines Mädchens Seite - Johann Wolfgang von Goethe
Stallknecht und Viehmagd - Frank Wedekind

Der genügsame Liebehaber

Meine Freundin hat eine schwarze Katze
Mit weichem knisterndem Sammetfell,
Und ich, ich hab' eine blitzblanke Glatze,
Blitzblank und glatt und silberhell.

Meine Freundin gehört zu den üppigen Frauen,
Sie liegt auf dem Divan das ganze Jahr,
Beschäftigt das Fell ihrer Katze zu krauen,
Mein Gott ihr behagt halt das sammtweiche Haar.

Und komm' ich am Abend die Freundin besuchen,
So liegt die Mieze im Schoße bei ihr,
Und nascht mit ihr von dem Honigkuchen
Und schauert, wenn ich leise ihr Haar berühr.

Und will ich mal zärtlich tun mit dem Schatze,
Und daß sie mir auch einmal "Eitschi" macht,
Dann stülp' ich die Katze auf meine Glatze,
Dann streichelt die Freundin die Katze und lacht. - Hugo Salus, 1866-1929

...die Leidenschaft flieht,
die Liebe muß bleiben,
die Blume verblüht,
die Frucht muß treiben (Friedrich Schiller)

Verbotene Liebe
Verbotene Liebe - Detlev von Liliencron

Vor der Hochzeit - Gustav Klimt

Verliebt - verlobt - verheiratet
Gedichte zu Junggesellendasein, Junggesellenabschied,
Verlobung, Braut, Bräutigam, Hochzeit, Ehe:

Fragen

Liebchen, willst du mit mir fliehen
In die weite blaue Welt,
Nach den goldnen Küsten ziehen,
Wo der Frühling Tafel hält,
Wo das Glück, das schwelgerische,
Seine süße Zauberei
Ausgelegt auf buntem Tische –
Alles, alles für uns zwei?

Liebchen, willst du mit mir wandern
Aus der Fremde heimatwärts,
Treulich einen Arm im andern
Und gekettet Herz an Herz,
Daß vom irdischen Gefilde
Sich zum Himmel kühn und frei
Eine Silberbrücke bilde –
Alles, alles für uns zwei?

Liebchen, willst du mit mir wohnen
Unter traut bescheidnem Dach,
Nur belauscht von Buchenkronen
Und vom kecken Murmelbach,
Wo vor Menschenhast geborgen,
Vor des Werktags Einerlei
Feiertäglich jeder Morgen –
Alles, alles für uns zwei?

Liebchen, willst du mit mir leben
Und mit nimmermüder Glut
Meiner Seele hingegeben
Teilen mein geheimstes Gut?
Dann aus meinem sonnenhellen
Herzen, dem die Not entwich,
Soll ein Strom von Liedern quellen
Alles, alles nur für dich.

Ludwig Fulda, 1862-1939

Ihr wurdet zusammen geboren,
und ihr werdet auf immer zusammen sein.
Ihr werdet zusammen sein,
wenn die weissen Flügel des Todes eure Tage scheiden.
Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.
Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderern Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen. - Khalil Gibran

"Die Liebe, welch lieblicher Dunst;
doch in der Ehe, da steckt die Kunst." - Theodor Storm, 1817-1888

Brautlist

Beim Hochzeitsschmause hat, den Gästen ungesehn,
Die Braut dem Bräutigam, der`s gerne ließ geschehn,
Den Fuß auf seinen Fuß gesetzt; ein Liebeszeichen
Galt ihm es, aber sie hofft, sndres zu erreichen:
Verbürgen soll ihr das die sprechende Gebärde,
Daß sie vom Mann im Haus nicht untertreten werde.
Darum auch legte sie, als vorm Altar sie stand,
Nicht unter, sondern auf die Hand ihm ihre Hand.
Sie will der Oberhand sich so versichern künftig;
Und thut s`s mit Verstand, so fügt er sich vernünftig.

Friedrich Rückert, 1788-1866

Am Abend des Hochzeitstages

Die Myrte duftet süß in deinen Haaren.
Die Hochzeitsgäste sind hinweggefahren;
Im Saale flimmt der Kerzen bleicher Schein –
Endlich allein!

Komm! Lasse zärtlich deine Hand mich drücken,
Vertraulich lass uns nah und näher rücken,
Bis Mund an Atem, Hauch an Lippe steht –
Elisabeth!

Christian Wagner, 1835-1918

Ehespruch

Das ist die rechte Ehe,
Wo zweie sind gemeint,
Durch alles Glück und Wehe
Zu pilgern treu vereint:

Der Eine Stab des Andern
Und liebe Last zugleich,
Gemeinsam Rast und Wandern
Und Ziel das Himmelreich. - Emanuel Geibel, 1815-1884

schertz-lied - Benjamin Neukirch
Weibliches Urteil
- Friedrich Schiller
Klagelied eines Junggesellen - Wilhelm Busch
Die Wahl - Christian Felix Weiße
Was willst du von mir? - Joachim Ringelnatz
O glücklich, wer ein Herz gefunden - August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Die böse Sieben - Hermann Löns
Das Lied vom gehorsamen Mägdlein - Frank Wedekind
Verlöbnis - Paul Heyse
Verlobung - Theodor Fontane
Genau besehn - Joachim Ringelnatz
Drum prüfe, wer sich ewig bindet... - Friedrich Schiller
So fest von Gold umwunden - Hermann Lingg
Daß nimmer trübe Ungemach... - Theodor Storm
Nun wollen wir uns still die Hände geben - Christian Morgenstern
Brautgeleit - Conrad Ferdinand Meyer
Nachtgebet einer Braut - Richard Dehmel
Hochzeitslied - Brautnacht - Johann Wolfgang von Goethe
Hymens Weihe - Le soir des noces - Pierre - Jean de Béranger
Kleiner Rat - Wolfgang Amadeus Mozart
Das Karten-Heirathsorakel - Moritz Gottlieb Saphir
Der Bräutigam - Johann Wolfgang von Goethe
Der geplagte Bräutigam - Theodor Körner
Ehestand - Achim von Arnim - Des Knaben Wunderhorn
Zum Hausfrieden - Heinrich Heine
Guter Rat - Heinrich Heine
Das bittersüße ehlich Leben - Hans Sachs
Ach lege Deine Wange - Kurt Tucholsky
Die Ehe - Karl Friedrich May

Ehejubiläum

Gold und Silber - Franz Grillparzer
Zur Feier der Silbernen Hochzeit - Franz Grillparzer
Die goldne Hochzeit - Johann Gottfried Herder

Treue - der andere Mann - die neue Frau

Der untreue Knabe

War erst aus Frankreich kommen;
Der hatt' ein armes Mädel jung
Gar oft in Arm genommen,
Es war ein Knabe frech genung,
Und liebgekos't und liebgeherzt,
Als Bräutigam herumgescherzt,
Und endlich sie verlassen.

Das braune Mädel das erfuhr,
Vergingen ihr die Sinnen;
Sie lacht' und weint' und bet't' und schwur,
So fuhr die Seel' von hinnen.
Die Stund', da sie verschieden war,
Wird bang dem Buben, graus't sein Haar,
Es treibt ihn fort zu Pferde.

Er gab die Sporen kreuz und quer
Und ritt auf alle Seiten,
Herüber, hinüber, hin und her,
Kann keine Ruh' erreiten;
Reit't sieben Tag' und sieben Nacht',
Es blitzt und donnert, stürmt und kracht,
Die Fluten reißen über.

Und reit't in Blitz und Wetterschein
Gemäuerwerk entgegen,
Bind't 's Pferd hauß' an und kriecht hinein
Und duckt sich vor dem Regen.
Und wie er tappt und wie er fühlt,
Sich unter ihm die Erd' erwühlt;
Er stürzt wohl hundert Klafter.

Und als er sich ermannt vom Schlag,
Sieht er drei Lichtlein schleichen.
Er rafft sich auf und krabbelt nach;
Die Lichtlein ferne weichen;
Irrführen ihn die Quer' und Läng',
Trepp' auf, Trepp' ab, durch enge Gäng',
Verfallne, wüste Keller.

Auf einmal steht er hoch im Saal,
Sieht sitzen hundert Gäste,
Hohläugig grinsen allzumal
Und winken ihm zum Feste.
Er sieht sein Schätzel untenan
Mit weißen Tüchern angetan,
Die wend't sich -

Johann Wolfgang von Goethe

-

Ein Nagel saß in einem Stück Holz

Ein Nagel saß in einem Stück Holz.
Der war auf seine Gattin sehr stolz.
Die trug eine goldene Haube
Und war eine Messingschraube.
Sie war etwas locker und etwas verschraubt,
Sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.
Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihm
In einem Astloch. Sie wurden intim.
Kurz, eines Tages entfernten sie sich
Und ließen den armen Nagel im Stich.
Der arme Nagel bog sich vor Schmerz.
Noch niemals hatte sein eisernes Herz
So bittere Leiden gekostet.
Bald war er beinah verrostet.
Da aber kehrte sein früheres Glück,
Die alte Schraube, wieder zurück.
Sie glänzte übers ganze Gesicht.
Ja, alte Liebe, die rostet nicht!

Joachim Ringelnatz, 1883-1934

Wechsel - Johann Wolfgang von Goethe
Liebesprobe - Adelbert von Chamisso
Der andere Mann - Kurt Tucholsky

Entfernung - Zank - Abschied - Trennung - Erinnerung - Einsamkeit - Trost

Gleichgültigkeit

Als ich gestern lag in meinem Bette,
Klopfte es so gegen Mitternacht.
Meine Meinung war, es sei Jeannette,
Und natürlich hab' ich aufgemacht.

Leise kam es jetzt hereingeschlichen,
Setzte sich an meines Bettes Rand,
Hat mir über meinen Kopf gestrichen
Mit der ziemlich großen, dicken Hand.

Doch ich merkte bald an ihren Formen:
Dieses Weib ist ja Jeannette nicht,
Deren Hüften nicht von so enormem
Umfang sind und solchem Schwergewicht.

Trotzdem schwieg ich. Denn ich überlegte:
Nicht das Wer, das Wie kommt in Betracht,
Außerdem, die Absicht, die sie hegte,
War entschieden löblich ausgedacht.

Was bedeutet dieserhalb ein Name?
In der Liebe ist das einerlei.
Man verlangt nur, daß es eine Dame
Und von angenehmem Fleische sei.

Ludwig Thoma, 1867-1921

Dich oft zu sehen, ist mir nicht beschieden - August von Platen
La querelle - Anna de Noailles
Sie sehn sich nicht wieder - Friedrich Hebbel
Erster Verlust - Johann Wolfgang von Goethe
An Emma - Friedrich von Schiller
Das verlassene Mägdlein - Eduard Mörike
Ein Brief zum Abschied - Heinrich Heine
Die eine Klage - Karoline von Günderrode
Es kommt zu spät - Heinrich Heine
Alte Rose - Heinrich Heine
Herbstlich leuchtet die Flamme - Johann Wolfgang von Goethe
Die Sonne sank - Max Dauthendey
Erstarrung - Wilhelm Müller
Abschied - Adalbert Stifter
Der Spinnerin Nachtlied - Clemens Brentano
Es glänzt so schön die sinkende Sonne - Heinrich Heine
Ich hab` im Traum geweinet - Heinrich Heine
In Tränen geh ich nun allein - Sophie Mereau
Rascher Wechsel - Robert Eduard Prutz
Glück der Entfernung - Johann Wolfgang von Goethe
Welke Rose - Nikolaus Lenau
Wer sich der Einsamkeit ergibt - Bettina von Arnim
Letzte Bitte - Otto Julius Bierbaum
Goldene Tränen - Max Dauthendey

Irrungen und Wirrungen - Treue - Untreue - Eifersucht
Liebeskummer - Liebesleid
- oder: ... ewig das Gleiche mit den Frauen / Männern... ;-)

B e t r o g n e Lieb` schafft Höllenqualen,
Der Natterzahn am Herzen frißt:
Es ist ein Leid, gar nicht zu malen;
doch kenn` ich Leid so größer ist!

V e r h e h l t e Lieb` ist schmerzlich nagen,
Wie`s auch verborgen, heimlich ist;
Es ist ein Leid, kaum zu ertragen,
Doch kenn` ich Leid so größer ist!

V e r k a n n t e Lieb` macht bittre Stunden,
Erneuter Schmerz bringt neue Frist;
Es ist ein Leid, nicht zu erkunden,
Doch kenn` ich Leid so größer ist!

V e r s c h m ä h t e Lieb` nagt wild am Herzen,
Ein Weh ist`s, das sich nie vergißt,
Es ist ein Leid voll ew`ger Schmerzen,
Doch kenn` ich Leid so größer ist!

Das größte Leid, das uns verletzet,
Das Leid, das keine Bruit vermißt,
Das Leid, das brennt und quält und ätzet,
Dies Leid: G e k r ä n k t e Liebe ist!

Und was ´gekränkte Lieb` zu nennen?
Und was darunter man wohl denkt?
Das kann allein nur der erkennen,
N u r d e r l i e b t u n d w i r d g e k r ä n k t ! - Moritz Gottlieb Saphir, 795-1858

Vrowe, mîne swaere sich - Heinrich von Morungen
Die Liebe wider Willen - Johann Wolfgang von Goethe
Der Jüngling am Bache - Friedrich Schiller
An Elisen - Johann Martin Miller
Weil ich den schwarzen untreu ward - Gottfried Keller
Und wüßtens die Blumen, die kleinen - Heinrich Heine
Die Geschichte von der dummen Liese - Volksgut
An Minna - Friedrich von Schiller
In der Ferne - Robert Prutz
Marys Kochschule - Frank Wedekind
Nächtliche Fahrt - Adelbert von Chamisso
Du scheust, mit mir allein zu sein - August von Platen
Ach, mir ist das Herz so schwer - Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg
Wehmut der Liebe - Theodor Körner
Das gestörte Glück - Theodor Körner

Liebe - trotzdem...oder gerade deswegen

Dein Fehler - Karl Kraus

Versöhnung, Aussöhnung, zweite Liebe- happy end ?

Beim Fortgang eine Entschuldigung sagen

Höfliche Seelen zieren das Leben. Bei der Ankunft sich verneigen und beim Fortgang ebenfalls. Nehmen, geben, zugeben. Was war und was nicht war, ist das ganze Sein. Es sind die Eingeständnisse, die den Charakter schmücken. Wenn der Geist Gewicht hat, ist sein Gang gebeugt. Atmend ist das Ende Anfang. Man übertreffe mit dem letzten Satz den ersten. Einsicht führt zur Nachsicht. Was auch sei, verzeihlich sei.

(Mit frdl. Erlaubnis: © Heinz Hector)

Als Er wieder mit Ihr außgesöhnet war - Paul Fleming
Neue Liebe, neues Leben - Johann Wolfgang von Goethe
Wiederfinden - Johann Wolfgang von Goethe
Noch einmal - Theodor Storm
Zweite Liebe - Anastasius Grün

Wunderlichstes Buch der Bücher
ist das Buch der Liebe;
aufmerksam hab´ ich´s gelesen:
wenig Blätter Freuden,
ganze Hefte Leiden;
einen Abschnitt macht die Trennung.
Wiedersehn! Ein klein Kapitel,
fragmentarisch, Bände Kummers,
mit Erklärungen verlängert,
endlos, ohne Maß. (Goethe)

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In seinem Haus Freund und Feind versammeln

Mehr als von allem anderen hängt es von den anderen ab, was aus uns wird. Das Leben ist ein Dreikampf, der entschieden wird durch Freunde, Feinde und uns selbst. Leider ist die Feindschaft meistens treuer als die Freundschaft. Gelegentlich erscheint es besser, keine Freunde zu haben als keine Feinde. Wer ohne Feinde ist, kann nicht viel sein. Feindschaft zeichnet ernstlich die Bedeutung des Bekämpften aus. Man sehe in der Feindschaft auch den Dienst und nicht allein das Hindernis. Manche Freunde sollten sich ein Beispiel daran nehmen, was die Feinde für uns tun. Man danke seinen Gegnern für Beachtung, die sie uns und unseren Angelegenheiten schenken, und lade sie zu sich nach Hause ein. Wer nur mit seinen Freunden verkehrt, dem fehlt die Eignung für das Leben. Es ist beruhigender, wenn Feinde sich in unserem Haus versammeln als davor.

(Mit frdl. Erlaubnis: © Heinz Hector)

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Englische Liebesgedichte - love poems

"It is impossible to love and be wise." - Francis Bacon
"Love comforteth like sunshine after rain." - William Shakespeare
"My most brilliant achievement was my ability to be able to persuade my wife to marry me."  - Winston Churchill
"An archeologist is the best husband any woman can have; the older she gets, the more interested he is in her." - Agatha Christie

Love - Emily Dickinson
The Garden of Love - William Blake
Romeo und Julia - William Shakespeare (dt./engl.)
Wie ich dich liebe? - How do I love thee? - Elizabeth Barret-Browning - Rainer Maria Rilke
First Love - John Clare
She walks in beauty - Lord George Byron
My mistress` eyes are nothing like the sun - William Shakespeare
Shall I compare thee to a summer`s day? - William Shakespeare
To his coy mistress - Andrew Marvell
To His Mistress Going to Bed - John Donne
To Celia - Ben Jonson
Let me not to the marriage of true minds - William Shakespeare
When we two parted - Lord George Byron
Wild nights, wild nights - Emily Dickinson

Französische Liebesgedichte - poèmes d`amour

"L'amour fait passer le temps, le temps fait passer l'amour." - Anonyme
"L'amour donne l'esprit aux femmes et le retire aux hommes " - Anonyme
"L'amour n'est pas seulement un sentiment, il est aussi un art." - Honoré de Balzac
"Aimer, ce n'est pas regarder l'un l'autre, c'est regarder ensemble dans la même direction. - Antoine de Saint-Exupery

Toute grâce et toutes nuances - Paul Verlaine
La sincère - Marceline Desbordes-Valmore
Au bord de l`eau - René-François Sully-Prudhomme
sensation - Empfindung - Arthur Rimbaud
Rêve pour l'hiver - Arthur Rimbaud
Pavane - Belle qui tiens ma vie - Thoinot Arbeau
première soirée - Arthur Rimbaud - mit Übersetzung: erster Abend
La Maline - Arthur Rimbaud
La Géante - Charles Baudelaire
Le serpent qui danse - Charles Baudelaire
A une passante - Charles Baudelaire
Le soir des noces - Pierre-Jean de Béranger
Hier, on parlait de choses et d'autres - Paul Verlaine
Cortège - Paul Verlaine
Quinze longs jours - Paul Verlaine (Liebeskummer / Trennungsschmerz)
La dure épreuve va finir - Paul Verlaine (Wiedersehensfreude - Rückkehr der Braut)
La chanson du Mal Aimé - Guillaume Apollinaire

Aus dem Lateinischen

Spes est, quae faciat, spes est, quae pascat amorem.
— Publius Ovidius Naso - Metamorphosen

Lieben, hoffen, lieben

Die Liebe ist es, die das Menschsein hebt und senkt. Niemandem fehlt die Liebe, die er anderen geben könnte, und doch fehlt die Liebe in der Welt. Es gibt viele Diamanten unter den Menschen, wenn man die Härte ihrer Gefühle bedenkt. Liebende sind Hoffende. Liebe, die erfüllt ist, ist gefährdet. Seelisch sind die guten Ehen so, als seien sie noch nicht geschlossen. In manchen Ehen weiß die Liebe nicht, wohin. Die Frauenn täuschen die Männer, die Männer enttäuschen die Frauen. Selten wird die Liebe so gigantisch wie der Haß. Die Menschen kennen heißt sie bedauern. Erbettelte Liebe ähnelt der erkauften. Wahre Liebe zweier Menschen läßt erhoffen, daß sie über das hinausgeht, was das Menschenleben ist.

(Mit frdl. Erlaubnis: © Heinz Hector)